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Masterplanverfahren Neuenheimer Feld
 (aktueller Stand)    (Archiv)

Auftaktveranstaltung

Am 11.April 2018 fand in der Turnhalle des Instituts für Sportwissenschaften der Universität mit über 300 Bürgerinnen und Bürgern und Vertretern vieler Institutionen die von der Stadtverwaltung gut vorbereitete Auftaktveranstaltung des Masterplanprozesses statt. Sie wurde durch Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Ersten Bürgermeister Jürgen Odszuck, Bernd Müller, Leiter Vermögen und Bau Baden-Württemberg und Universitätsrektor Prof. Dr. Eitel (per Video) eröffnet und durch Frau Prof. Dr. Ursula Stein und Herrn Joachim Fahrwald moderiert. Der Stadtteilverein hatte zur Auftaktveranstaltung folgendes Plakat erstellt, das zu Beginn in einem Infomarkt zusammen mit Plakaten der anderen Organisationen vorgestellt wurde.

Höhepunkt des Abends war der Impulsvortrag von Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Mitglied des Club of Rome und früherer Präsident der Universität Oldenburg zum Thema „Horizont 2050+ - Nachhaltigkeit, Campus, Städtebau, Mobilität“. Schwerpunkt seines Vortrags waren die Änderungen, Probleme und Lösungsmöglichkeiten, die in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen werden. Er legte in überzeugender und zugleich humorvoller Art dar, dass wir wohl ziemliche Schwierigkeiten haben werden, in Zukunft unseren Enkeln zu erklären, wie wir heute auf völlig ineffiziente Weise unsere Mobilität abwickeln: mit mehr als 1000 kg schweren Geräten jeweils nur eine Person von 60-70 kg bewegen, und das sehr kapitalaufwändig mit Gefäßen, die 23 Stunden am Tag herumstehen und Platz verbrauchen. Hochinteressant waren seine in kurzen Streiflichtern eingestreuten Erfahrungen als Universitätspräsident. "Professoren haben oft die unnachahmliche Gabe, banale egoistische Interessen wie z.B. die nach einem Parkplatz in der Nähe mit hochtrabenden analytischen Begründungen vorzutragen." Als Merkmale zukunftsträchtiger Städte beschrieb er einen Dreiklang aus Technologie, Talent und Toleranz. Talente gäbe es in zahlreichen Bereichen, nicht nur in der Wissenschaft. Er lobte das Heidelberger Verfahren des Masterplanprozesses, mit dem die verschiedenen Talente zusammengebracht und neue Lösungen gefunden und umgesetzt werden können. Das werde Ausstrahlung auch auf andere Standorte und Städte haben, national wie international.

Anschließend erarbeiteten die Teilnehmer in Kleingruppen Fragestellungen, die im Laufe des Masterplanprozesses behandelt werden sollen. Von denen gingen viele in die Richtung: Wie können sich die Universität und die Kliniken in Zukunft im Einklang mit dem Schutz der städtischen Umgebung, des Handschuhsheimer Felds und des Naturschutzgebiets Alt-Neckar entwickeln und wie können Lösungen angestoßen und umgesetzt werden, die dies ermöglichen ?

Ein gelungener Auftakt. Über die Auftaktveranstaltung wurde eine interessante Dokumentation erstellt.

Konstituierende Sitzung des Forums Masterplan Im Neuenheimer Feld

Am Freitag 4. Mai findet die konstituierende Sitzung des Forums von 17 Uhr bis etwa 21 Uhr in der Musik- und Singschule, Kirchstraße 2, Bergheim statt. Das Forum tagt öffentlich.

Der Steuerungskreis des Masterplans hat am 30.4.2018 einen Entwurf für die Aufgabenstellung der zu beauftragenden externen Planungsteams erstellt. Die zahlreichen wichtigen Fragestellungen, die in der Auftaktveranstaltung von ca. 300 Bürgern erarbeitet wurden, fehlen weitgehend, genauso wie die sehr interessanten Anregungen von Prof. Dr. Schneidewind aus der Auftaktveranstaltung. Stattdessen trägt der Entwurf fast vollständig die Handschrift der Universität: Ausbau Klausenpfad, 5. Neckarbrücke, Nordtangente, Bebauung Hühnerstein und Erweiterung ins Handschuhsheimer Feld ziehen sich als Roter Faden durch den Entwurf. Bisher sprachen Universität und Klinikum von Wachstumswünschen von 20 bis 50% bis zum Jahr 2050. Jetzt wurde dieses Wachstumsziel in der Aufgabenstellung mit weiteren 800 000 qm Brutto-Grundfläche kurzerhand mehr als verdoppelt. Dies entspräche einer Erhöhung der Studentenzahlen der Uni von heute 30 000 auf 48 000 und einer Verdoppelung der Arbeitsplatzzahl auf 30 000 im Neuenheimer Feld ! Die dafür notwendigen Flächen sollen laut Aufgabenstellung innerhalb "des Planungsbereiches Im Neuenheimer Feld (und angrenzend)" entwickelt werden. Und dies alles ohne Diskussion oder Bewertung der Sinnhaftigkeit eines solchen Wachstumszieles. In der konstituierenden Sitzung des Forums am 4.5. sollen nach der vorliegenden Tagesordnung lediglich in Arbeitsgruppen kurze Zeit "Anmerkungen und Hinweise zu den Fragen an die Planungsteams" und "fehlende Fragen an die Planungsteams" diskutiert werden.

Während seit dem Grundlagenbeschluss des Gemeinderats zur Durchführung eines Masterplans Neuenheimer Feld am 16.10.2018  18 Monate und seit der Verabschiedung der Rahmenvereinbarung am 25.7.2017  9 Monate verstrichen, soll dies jetzt alles ganz schnell gehen: Ursprünglich war vorgesehen, dass in dem Forum die grundlegenden Fragen der Weiterentwicklung der Forschungsinstitutionen und der Verkehrserschließung ausführlich diskutiert werden können. Zur Vorbereitung der Forumssitzungen sollte eine "Vorbereitungsgruppe Forum" gebildet werden. Dies alles scheint jetzt nicht mehr zu gelten. Jetzt soll nur diese eine Forumssitzung vor der Beauftragung der Planungsteams stattfinden, in der im Grund lediglich Ergänzungen der Fragen behandelt werden können.

Was hatte der Gemeinderat beschlossen ?

Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zum Masterplan Neuenheimer Feld
Protokoll der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschusses vom 29.06.2016
„Herr Müller vom Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg erklärt, dass der Steuerungskreis den Prozess anstoße und steuere. Der inhaltliche Teil spiele sich im Forum ab." (S. 2.5)
„Herr Zimmermann (Anm. Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung) erklärt nochmals die Zusammensetzung der unterschiedlichen Ebenen. Der Koordinationsbeirat arbeite nicht inhaltlich. Dies geschehe im Forum." S. 2.6)

„Zum Sachantrag (siehe Anlage 18 zur Drucksache 0206/2016/BV) erläutert er (Anm. Oberbürgermeister Prof. Dr. Würzner), dass die gewünschte Einbindung des Bündnisses für Bürgerbeteiligung aus Sicht der Verwaltung bereits gewährleistet sei. Die notwendigen Prognosen und Planfälle werden auch im Forum Masterplan INF besprochen. Da Vertreter des Bündnisses auch in der Vorbereitungsgruppe Forum vertreten seien, sei dies in die entsprechenden Vorbereitungen eingebunden." (S. 2.12)

„Oberbürgermeister Prof. Dr. Würzner bemerkt, dass es in dem Antrag inhaltlich darum gehe, dass die Bürgerbeteiligung bei den vorbereitenden Arbeiten eine stärkere Position bekomme. Deswegen sei mit der Ergänzungsvorlage zusätzlich eine Vorbereitungsgruppe Forum eingebaut worden, in der neben vier Vertretern des Steuerungskreises auch vier Vertreter des Forums und zwei Vertreter des Gemeinderates vorgesehen seien. Damit werde die gewünschte stärkere Einbindung von Bürgerschaft und Politik in die vorbereitenden Arbeiten erreicht." (S. 2.14)

In der Ergänzungsvorlage heißt es:
„3. Forum Masterplan Neuenheimer Feld (Anlage 07 NEU und Anträge gemäß Anlagen 10 und 11 zur Drucksache 0206/2016/BV)
Für die Vorbereitung der Sitzungen wird eine Arbeitsgruppe unter Leitung der externen Moderation gegründet. Diese Vorbereitungsgruppe besteht aus dem Steuerungskreis (4 Vertreter) sowie 4 Vertretern des Forums INF, die die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen widerspiegeln sollen und von diesem entsandt werden. Zusätzlich kann der Gemeinderat 2 Mitglieder in die Vorbereitungsgruppe entsenden. In der Vorbereitungsgruppe findet ein Austausch zu den inhaltlichen Anforderungen an die jeweils nächste Sitzung statt." (S. 3.2)

Diese Zusagen des Oberbürgermeisters und die Beschlüsse des Gemeinderats wurden nicht eingehalten. Nach der von der Verwaltung erst am 30.4.2018 vorgelegten Tagesordnung soll in der ersten Sitzung des Forums am 4.5.2018 keine inhaltliche Diskussion z.B. der Prognosen, sondern lediglich eine Ergänzung der Aufgabenstellungen an die externen Experten stattfinden. Die Prognosen der Universität sollen ohne Diskussion Grundlage der Arbeit der externen Experten werden. Eine Vorbereitungsgruppe Forum gibt es bisher nicht, sie konnte folglich diese Sitzung auch nicht vorbereiten.

Diese Vorgehensweise verletzt die Beschlüsse des Gemeinderats und ist nicht geeignet, einer Lösung der Probleme näher zu kommen. Es muss deshalb zunächst die Beschlusslage des Gemeinderats umgesetzt werden: Auf der ersten Sitzung des Forums am 4.5.2018 muss deshalb in Abänderung der Tagesordnung zunächst u.a.

  1. der Diskussionsbedarf der zu besprechenden inhaltlichen Themen festgestellt werden, die im Forum vor einer Aufgabenstellung an externe Planungsteams im Forum diskutiert werden müssen

  2. das bisherige Verfahren und der Zeitplan, insbesondere die sehr kurzfristigen Festlegungen auf Tagesordnungen, besprochen werden.

  3. eine Vorbereitungsgruppe Forum etabliert werden, die die nächsten Sitzungen des Forums vorbereitet

Forum-Veranstaltung am 4.5.2018

Zu der ersten Veranstaltung des Forums trafen sich ca. 85 Vertreter verschiedener Organisationen und Institutionen und mehrere Zufallsbürger in der Musik- und Singschule Bergheim. Das Forum wurde durch den Ersten Bürgermeister Jürgen Odszuck eröffnet, der bis zum Ende blieb und bei mehreren schwierigen Problemen ausgleichend die Diskussionen lenkte.

Nach einer Vorstellung des Masterplanprozesses durch Frau Christiane Marks von IMORDE-Projekt- und Kulturberatung, Frau Annette Friedrich, Leiterin Stadtplanungsamt und Herr Bernd Müller, Leiter Vermögen und Bau Baden-Württemberg leitete das Moderationsteam Frau Ursula Stein und Herr Joachim Fahrwald den Abend. 

Anders als in der offiziellen Tagesordnung vorgesehen, war das Hauptthema der ersten Forumssitzung die Diskussion der geplanten Zielvorgabe eines Zuwachses von  817 400 qm Brutto-Grundfläche für die externen Planungsteams. Diese geplante Zielvorgabe würde sowohl die möglichen Verkehrskonzepte als auch die Baulösungen direkt determinieren. 
 

Flächenbestand INF

Geplanter Flächenzuwachs

Geplante Änderung

Universität

340 400

368 000

108%

Klinikum

442 000

264 000

60%

DKFZ

127 200

137 800

108%

Max Planck Institute

29 200

21 700

74%

Studierendenwerk

85 300

14 400

17%

Pädagogische Hochschule

23 800

7 000

29%

Sonstige (Nierenzentrum, Olympiastützpunkt, Gästehäuser)

46 000

4 500

10%

Summe

1 093 900

817 400

75%

Interessant ist, dass gerade die Institutionen, die eine Straßenbahn verhinderten, den höchsten Flächenzuwachs anmelden.

Durch Diskussionsbeiträge wurde klar, dass es prinzipiell zwei Vorgehensweisen gibt:

  1. Der alte Weg: Die Universität meldet ihre Wachstumswünsche an und die Stadt versucht dann, über Verkehrsentwicklungspläne und Gemeinderatsbeschlüsse die daraus entstehenden Verkehrsprobleme zu lösen. Dieser Weg wurde in den letzten Jahrzehnten mehrmals beschritten und ist jedes Mal gescheitert. (Verhinderung der mehrmals beschlossenen Straßenbahn durch die Uni, Nicht-Umsetzung der Beschlüsse des Gemeinderats zur Parkraumbewirtschaftung - nach wie vor sind z.B. 2 100 PKW-Stellplätze im Neuenheimer Feld kostenlos usw.)

  2. Ein neuer integrativer Weg: Anwendung des Verursacherprinzips und Koppelung  der Wachstumswünsche an die Lösung der dadurch verursachten Verkehrsprobleme: Universität, Forschungsinstitute und Kliniken können in dem Maße am Standort wachsen, wie sie zusammen mit der Stadt die Verkehrsprobleme lösen. Dies wäre ein neuer Weg nach der Art von Zukunftsvisionen wie sie von Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie auf der Auftaktveranstaltung des Masterplanprozesses in überzeugender Weise vorgestellt wurden. Nach dieser Vorgehensweise wurde vom UPI-Umwelt- und Prognose-Institut im Rahmen einer Verkehrsuntersuchung ein Lösungskonzept für das Neuenheimer Feld entwickelt.

Nach längerer Diskussion entstand an diesem Abend weitgehende Übereinkunft, dass der Wachstumswunsch von zusätzlichen 800 000 qm Brutto-Grundfläche keine starre Vorgabe sein kann. Stattdessen soll durch die Planungsteams und im Masterplanprozess ermittelt werden, welches Wachstum im Neuenheimer Feld noch möglich ist bei Schonung der natürlichen Freiräume. Baubürgermeister Jürgen Odszuck stellte am Ende klar, dass alles, was nicht auf dem Campus untergebracht werden kann, im restlichen Stadtgebiet unterkommen müsse. So sehe es der Gemeinderatsbeschluss vor.

Unabhängig von den langfristigen Perspektiven ist auch eine kurzfristige Strategie erkennbar, bald einen Nordzubringer durch das Handschuhsheimer Feld durchzusetzen. Bernd Müller sprach davon, dass die "besten Planungsteams" beauftragt werden. Diese sollen dann Antworten geben auf Fragen der Aufgabenstellung wie z.B. "Wie kann die Anbindung des Klärwerks an die Autobahn sichergestellt werden? " und "Welche weiteren äußeren Erschließungen sind für das Gebiet und daran angrenzende große Einrichtungen zu empfehlen (z.B. Neckarquerung, Nordtangente)? "

Durch Klick auf den Artikel kommt man zur Online-Ausgabe der RNZ, die interessante Leserbriefe zum Thema enthält.


Frau Marks von IMORDE-Projekt- und Kulturberatung behauptete, dass die Fragen der Auftaktveranstaltung bereits in den Entwurf der Aufgabenstellung eingearbeitet worden wären. Dies konnte ein Teil der Teilnehmer, die den Katalog genau durchgearbeitet hatten, allerdings nicht  nachvollziehen. Hier wird auch die Mithilfe der Bürger benötigt, die an der Auftaktveranstaltung teilnahmen. Bitte schauen Sie den Entwurf der Aufgabenstellung durch und speisen Sie fehlende Fragestellungen in die unten stehende Online-Befragung ein. Auch Bürger, die bisher am Prozess noch nicht teilgenommen haben,  können an der Online-Befragung teilnehmen. Es wäre außerdem notwendig, vor Beauftragung der externen Planungsteams eine Forumssitzung durchzuführen, in der überprüft werden kann, ob die Aufgabenstellung und alle relevanten Fragen aus der Auftaktveranstaltung, der Online-Beteiligung und dem Forum angemessen Eingang in die Aufgabenstellung gefunden haben.

Durch Los wurde eine Vorbereitungsgruppe des Forums gebildet, die die nächsten Forumsitzungen vorbereiten soll. Eine weitere Forumsitzung soll es nach dem Willen der Verwaltung vor der Beauftragung der Planungsteams allerdings nicht mehr geben. Es soll lediglich in einer Fortsetzung der Forumssitzung Anfang Juni die Kleingruppenarbeit zur Ergänzung des Fragenkatalogs nachgeholt werden. Wann und ob die Vorbereitungsgruppe tagen soll, ist ungewiss. 
 

Es sollen vier externe Planungsteams beauftragt werden, die jeweils 2 Entwürfe für die Zukunft entwerfen sollen. Grundlage dafür soll der Aufgabenkatalog mit den Fragen sein. Das Wachstumsziel von 800 000 zusätzlichen Quadratmetern Brutto-Grundfläche soll dabei nach Festlegung des Steuerungskreises einheitlich für alle Teams und für alle Entwürfe gelten ! Diese Festlegung wurde im Forum bisher nicht diskutiert. Eine Minimalforderung wäre, dass jeweils einer der beiden Entwürfe je Planungsteam einen Schutz des Naturschutzgebietes Alt-Neckar, des Handschuhsheimer Feldes und der Freiräume in Wieblingen vorsieht und mit einer nachhaltigen, flächensparenden, umweltfreundlichen und stadtverträglichen Verkehrsabwicklung ohne 5. Neckarquerung, Nordzubringer und Ausbau des Klausenpfads plant.

FWV-FDP-Antrag zur Reduzierung der zukünftigen Ride & Bike-Stellplätze am Hauptbahnhof

Nach einer Untersuchung des Planungsbüros VAR im November 2015 im Auftrag der Stadtverwaltung werden am Hauptbahnhof in Zukunft (2030) mindestens 4 000 Fahrradstellpätze für Bike&Ride benötigt, davon zwei Drittel am HBF-Nord und ein Drittel am HBF-Süd. Der Gemeinderat beauftragte daraufhin im Jahr 2016 die Verwaltung mit den dafür notwendigen Planungen. Im April 2018 stellte nun Gemeinderätin Dr. Simone Schenk für die FWV und die FDP im Gemeinderat den Antrag, diese Zahl der Fahrradparkmöglichkeiten am Hauptbahnhof um ein Viertel auf insgesamt 3 000 Stellplätze im Jahr 2030 zu reduzieren. Dieser Antrag wurde erfreulicherweise im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss am 25.4.2018 mehrheitlich abgelehnt. Dennoch versucht Frau Dr. Simone Schenk in einem Rundmail an alle anderen Fraktionen doch noch für eine Zustimmung zur Reduzierung der Stellplatzzahl im Jahr 2030 zu werben. Sie argumentiert dabei mit den heutigen (!) Stellplatzzahlen in anderen Städten, z.B. in Freiburg heute 2500 (die übrigens bei weitem schon heute nicht ausreichen). Sie verkennt dabei, dass sowohl der Fahrradverkehr als auch der ÖPNV und insbesondere Bike&Ride als flexible Vernetzung zweier umweltfreundlicher öffentlicher und individueller Verkehrsmittel in Zukunft deutlich zunehmen werden. Nach den Vorstellungen von Frau Dr. Simone Schenk soll es im Jahr 2030 am HBF-Nord lediglich ca. 1400 Fahrradstellplätze geben, das wären ca. 200 Fahrradstellplätze weniger als heute bereits Fahrräder dort stehen ! (Zielzahl von Frau Schenk 3000 minus  HBF-Süd: 1300 in Tiefgarage und 300 oberirdisch).

Gerade in der Verkehrserschließung des Uni-Campus stellt der Fahrradverkehr in Zukunft als Bindeglied zwischen der S-Bahn und dem Campus über eine neue Fahrradbrücke über den Neckar einen wichtigen Baustein dar. Eine Reduzierung dieser umweltfreundlichen Verkehrserschließung wäre in höchstem Maße kontraproduktiv. Die GRÜNEN und die SPD haben Gegenanträge zur Beibehaltung der Zielwerte gestellt.

In der Gemeinderatssitzung am 17.5.18 stellte Frau Dr. Simone Schenk ihren in den Ausschüssen mit großer Mehrheit abgelehnten FWV/FDP-Antrag erneut. Frau Irmtraud Spinnler (SPD) und Christoph Rothfuß (GRÜNE) argumentierten dagegen und setzten sich für die Beibehaltung des Zielwerts ein. Die anschließende Abstimmung ergab eine große Mehrheit von 21 zu 7 gegen den FWV/FDP-Antrag und für die Anträge der SPD und GRÜNEN, nach denen die Verwaltung beauftragt wird, eine Lösung für die prognostizierten Fahrradstellplätze incl. einer unterirdischen Lösung am Willy-Brandt-Platz zu prüfen.

Jahrbuch 2016:  Überschreitung des Bebauungsplans und Masterplan NHF      Masterplan: Was bisher geschah      Campus-Straßenbahn      Nordzubringer     
Jahrbuch 2017: Verkehrsuntersuchung und Lösungsvorschlag Unicampus (PDF 8 MB)

Masterplanseite der Stadt Heidelberg        Bündnis Bürgerbeteiligung Masterplan NHF

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  Berichterstatter: Petra Bauer und Dieter Teufel